The Train: Der Film zum Spiel zum Film

The Train ist einer der C64-Titel, die im zweiten Weltkrieg angesiedelt sind und mit einer Top-Grafik (für C64-Maßstäbe) und viel Atmosphäre punkten können. Genau wie Ace of Aces oder Power at Sea setzt das Spiel dabei auf einen simulationsartigen Charakter und versetzt es mit mehreren Minispielchen (Flugzeugangriff, Kanonenbootangriff, Stürmen von Bahnhöfen) und kleinen, taktischen Elementen.

Ich hab mir lange Zeit nix weiter dabei gedacht außer, dass ich das Setting sehr cool fand.
Es geht darum, dass man als Teil der französischen Resistance einen Zug voller Beutekunst gekapert hat und ihn jetzt bis zum Anbruch des Morgens sicher durch das bestzte Frankreich und zu den bereits gelandeten Alliierten in der Normandie bringen muss. Dabei hat man nicht nur einen Wettlauf gegen die Zeit, sondern muss auch stets auf den Zustand des Zuges achten und auf evtl. gesprengte Gleise usw. Ziemlich ungewöhnliches und umfangreiches Konzept für ein Spiel auf dem C64’er! Ich würde sogar so weit gehen und sagen: Das Spiel ist in seiner Art einzigartig.
Dank Seiten wie Kultpower ist es übrigens möglich zeitgenössische Tests zu solchen Spielen zu lesen. Warum die Powerplay durch Heinrich Lenhardt dem Spiel „nur“ 6.5 Punkte vergeben hat kann ich allerdings nicht ganz nachvollziehen. Ich bin da eher auf der Seite des ASM-Tests. Beide sind als Scan vorhanden:
Power Play 4/88: The Train (Bild lässt sich durch Klick vergrößern)
ASM 4/88: The Train

Hier ist ein Longplay auf der Stufe Easy von Guybrush Threepwood:

So viel dazu.
Jetzt lief mir auf einer bekannten internationalen Internetplatform für Videos aber plötzlich ein Trailer für einen Film mit dem selben Namen über den Weg. Und siehe da: Es stellt sich heraus, dass the Train auf eben diesem Actionfilm aus dem Jahr 1964 basiert. Zahlenmystiker stellen jetzt bitte eine Verschwörungstheorie zum Commodore 64 auf.

Habs mir natürlich nicht nehmen lassen, den Film zu schauen. Wir haben hier einen waschechten Actionfilm auf der Höhe der Technik der Sechzigerjahre. Viele Explosionen, viel Geballer, viel Drama. Womöglich ist es der letzte große Film dieser Art, der noch in schwarzweiß gedreht wurde. Aber alles in allem find ich ihn eher durchschnittlich.

„Genrefans greifen zu!“

Ich will jetzt nicht sagen, dass der Film schlecht wäre. Allerdings mit über 2 Stunden ein bisschen zu lang. Es ist auch kein bahnbrechender Film, sondern einfach ne solide Actionnummer auf Stand der 60er – daher eben auch etwas langsam in unserer actionüberladenen Zeit. The Train wirkt altbacken und bodenständig, aber nicht verkehrt. Ein rustikaler Film mit überraschend vielen Explosionen. Aber wenn ich die Wahl habe und eine Empfehlung geben darf:
Das Spiel ist deutlich kurzweiliger 🙂

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