War Thunder vs. World of Tanks – Teil 1

wtvswotSpiele nach dem Prinzip Free2Play haben seit einigen Jahren scheinbar Hochkonjunktur. Gut, die Euphorie ist mittlerweile größtenteils abgeklungen und viele Trittbrettfahrer und auch F2P-Titel der ersten Stunde sind mittlerweile wohl wieder von der Bildfläche verschwunden. Aber es gibt auch einige Titel, die zu beweisen scheinen, dass das Prinzip Free2Play durchaus funktionieren kann und neben Crowdfundingspielen eine nette Alternative zu den herkömmlichen Vollpreistiteln oder den allgegenwärtigen Überwachungs- und Zertifizierungsprogrammen wie Origin oder Steam bieten kann. Zwei auf den ersten Blick sehr ähnliche Spiele scheinen das in ganz besonderer Weise zu untermalen: World of Tanks aus Weißrussland und War Thunder aus Russland.

Free2Play bedeutet, dass man sich ein vollwertiges Spiel gratis herunterladen und uneingeschränkt nutzen darf. Es ist quasi Freeware mit einem Twist: Denn wenn man bestimmte Funktionen oder Gimmicks möchte, dann muss man natürlich dafür einen Obulus zahlen. Damit keine Spieler vergrault werden oder der Eindruck aufkommt man müsse nur möglichst viel Geld reinpumpen um erfolgreich zu sein, besteht der Vorteil von Echtgeld häufig vor allem darin, dass man z.B. Fahrzeuge oder Boni damit einfach schneller freischalten kann. Ein bisschen ist das die nächste Stufe der Evolution der MMO-Spiele (Massenmehrspielerspiele). Spiele, die das nicht geschafft haben werden gerne als Pay2Win verschrien. Der Prozess, sich ohne den Einsatz von Echtgeld Boni zu erspielen, der gerade in höheren Stufen oft ziemlich langwierig sein kann, wird im Fachjargon übrigens „grinden“ genannt.

World of Tanks (WoT) und War Thunder (WT) sind zwei der großen Player auf dem Markt und stehen gleichzeitig in direkter Konkurrenz zueinander. Und obwohl sie sich ähnliche Ziele gesetzt haben, setzen beide spiele sie aber natürlich recht unterschiedlich um. Vergleiche bieten sich daher an, um zu zeigen was die Spiele unterscheidet und wo jeweils jedes Spiel seine Stärken und Schwächen hat. Auf diese Weise kann sich glaube ich jeder ein gutes Bild davon machen ob und welches Spiel was für ihn ist oder nicht.

Das Original, World of Tanks, erschien erstmals 2009 und ist heute der ganze Stolz von Belarus, bzw. Weißrussland. Einem Land, das sonst nur für sein Staatsoberhaupt Aljaksandr Rygoravych Lukashenko und für Kartoffeln bekannt ist. Seither hat der Betreiber des Spiels, Wargaming.net, eine ganze Reihe ähnlicher Spiele aus dem Boden gestampft:

Konsequent erweitert: Am Anfang war World of Tanks (2009). Dann kam World of Warplanes (2013). Schließlich auch World of Battleships (2015).

World of Tanks folgten noch World of Warplanes und zuletzt World of Warships. Außerdem gesellen sich auch noch mobile Versionen der Spiele, wie etwa World of Tanks Blitz oder eine Browservariante namens World of Tanks Generals mit dazu. Auf die geh ich aber nicht weiter ein.

In allen drei Hauptspielen der Wargaming-Reihe geht es darum, dass sich Spieler in zwei Teams mit unterschiedlichen historischen Panzern oder Flugzeugen oder Schiffen bekämpfen. Das Spiel ist sehr kompetetiv ausgelegt und bietet vor allem Clanspielern jede Menge Möglichkeiten zum virtuellen Statistikvergleich.

Nach und nach weiter ausgebaut: War Thunder. Jetzt auch mit Panzern.

Ebenfalls 2009 soll in Russland auch die Entwicklung von War Thunder begonnen haben. Damals wohl noch unter dem Namen World of Planes. Der Name wurde allerdings später geändert, zumal ja Wargaming auch noch an World of Warplanes arbeitete. World of Tanks hat hier ganz sicher als Vorbild gedient, um ein Free2Play MMO rund um Flugzeugkämpfe auf den Markt zu bringen. Allerdings sollte man hier nicht fieser sein als nötig. Denn hinter der Firma Gaijin Entertainment, die sich für War Thunder verantwortlich zeichnet, befindet sich niemand geringeres als die Macher der bekannten Flugsim IL-2 Sturmovik, die über Jahre hinweg der ultimative Maßstab am Sim-Himmel gewesen ist. Es ist also naheliegend und logisch, dass die Programmierer sich auch weiterhin mit Flugzeugspielen auseinandersetzen. Noch dazu kommt, dass bereits in weiteren Solo-Entwicklungen vor War Thunder schon die Unterscheidung in die Spielmodi Arcade, realistisch und Simulator in den Spielen von Gaijin aufzufinden war. Das könnte darauf hindeuten, dass man auch mit den Einzelspielertiteln schon ein wenig auf War Thunder hingearbeitet hat. In jedem Fall wurden augenscheinlich viele Elemente für War Thunder übernommen.

In künftigen Teilen dieser Reihe möchte ich auf bestimmte Einzelemente beider Spiele eingehen und sie miteinander vergleichen. Den Anfang machen wir in Teil 2 mit einem Blick auf die Optionen und Features, Umfang und allgemeines Spielmodi.

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