Der zweite Weltkrieg in Farbe… in acht Bit: Ace of Aces

Seit dem ersten Weltkrieg hatte die technologische Entwicklung erstmals einen neuen Kriegsschauplatz erobert: Die Luft. Noch immer in den Kinderschuhen steckend, doch technologisch um ein vielfaches weiterentwickelt, war die Luftfahrt zu einer gigantischen Industrie angewachsen. Die Luftwaffe(n) waren aus dem Krieg nicht mehr fortzudenken und die Luftüberlegenheit war im zweiten Weltkrieg ein wichtiger Faktor, der über Sieg und Niederlage entscheiden konnte. Jetzt gibt es die Chance diese Schlachten erstmals so zu sehen, wie sie die Spieler in den 1980er Jahren wirklich erlebten: In Farbe…. in acht Bit.

Ace of Aces Titel
Ace of Aces
Wenn ich an Flugsims auf dem C64 denke, dann fällt mir u.a. direkt Ace of Aces ein. Man übernimmt hier die Rolle eines Mosquito-Piloten. Das waren relativ große, aber sehr dynamische schwere Jäger der britischen Luftwaffe, die durch ihre Konstruktion nur schwer zu fassen waren für die Deutschen und die in der Folge sehr große Erfolge für die Briten errungen haben. Also ein sehr erfolgreiches Flugzeug.

De Havilland Mosquito FB XVI

Da das Flugzeug für einen Jäger relativ schwer war, wurden Mosquitos oft auch mit Bodenangriffsmissionen betraut. Das spiegelt sich natürlich im Spiel wieder.
Mir ist Ace of Aces vor allem wegen seiner sehr schönen Grafik und Präsentation in Erinnerung geblieben. Statt eines schnöden Hauptmenüs finden wir uns in einem hübschen Besprechungsraum der Royal Air Force wieder. Die Piloten schauen gespannt an die Tafel, auf der die einzelnen Menüpunkte stehen. Irgendso ein alter Chap raucht gemütlich seine Pfeife. Mittels des Offiziers vorne an der Tafel kann man dann auch einzelne Punkte auf der Tafel selbst auswählen. Training oder eine oder mehrere Missionen. Sodann wählt man aus welche Missionen man machen möchte:
Es gibt verschiedene Bodenangriffsformen (auf Züge oder Schiffe) und Abfangmissionen gegen Bomber oder Raketen. Das ist schon ein ganz netter Umfang für so ein Spielchen.

Hat man sich dann alles rausgesucht, geht es an die Fliegerei. Natürlich hat der C64 nicht die Technik um sowas wirklich glaubwürdig darzustellen. Daher bedienen sich die Entwickler eines Kunstgriffs: Man ist eben einfach immer „über den Wolken“. Selbige wabern dann auch schön animiert beruhigend über den Bildschirm und vermitteln ein Gefühl des Fliegens. So entspannend! So friedlich! … aber dann muss man halt doch irgendwelche Sprites wegballern. Fliegt man in Richtung Boden sieht man auch eben nur „Wolkendunst“. Also man sieht nix. Dem wird erst dadurch Abhilfe geschaffen, dass man die Sicht wechselt und durch den Bombenschacht guckt. Ist man überm Ziel wird tatsächlich der Blick nach unten freigegeben und man bombardiert in einem Minispielchen seine Ziele. Ich finde das ist eine sehr clevere Lösung um die Hardwarelimitierungen des Brotkastens zu umgehen! Gar nicht so selbstverständlich ist übrigens die Möglichkeit sich tatsächlich nach den Seiten umzuschauen. Das gabs früher nicht in jedem Spiel.

Über den Simulationsgehalt muss ich da allerdings nix mehr sagen, denke ich. Jedes Arcadespiel bietet da heute mehr.  Das Spiel ist auch wirklich angestaubt und ich würde es heute nicht mehr empfehlen. Das Gameplay ist halt aus heutiger Sicht recht klobig. Aber wer sich davon nicht abschrecken lässt, dem steht ein grafisch wunderschön gestaltetes Flugspiel ins Haus. Desert Fox z.B. kann da allerdings deutlich mehr)

Zum Abschluss, noch zwei zeitgenössische Tests für alle Fliegerasse da draußen:
Test in der ASM 2/87
Test aus der Happy Computer 1/87

Addendum: Spitfire ’40
An dieser Stelle wollte ich eigentlich noch den Simulator Spitfire ’40 als Vergleich zu Ace of Aces vorstellen, aber leider gibt es dazu online kaum Ressourcen – und das Spiel ist es imo nicht wert alles selbst aufzusetzen. Im Spiel geht es natürlich darumd ass man mit einer Spitfire, dem legendären englischen Jagdflugzeug, Kampfeinsätze selbst nachspielen kann. Ich erinnere mich aber daran dass die Grafik keinesfalls an Ace of Aces rankam und dass die Steurung viel viel komplizierter war. Ich würds auch heute niemandem mehr empfehlen, denn solche alten Simulatoren spielen sich heute ganz schrecklich. Sie wirken einfach nicht überzeugend.

Einen Artikel der Zzap! (englisches Magazin aus den 80ern) konnte ich dann allerdings doch als HTML finden. Wer also mehr über Spitfire ’40 erfahren möchte, der findet hier den vollen Artikel auf Englisch.

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