Der zweite Weltkrieg in Farbe… in acht Bit: Power at Sea

Überall an Land und in der Luft wurde in den 80er Jahren für den Highscore gekämpft. Aber auch zur See wurden viele Schlachten geschlagen und es donnerten die Kanonen über den Wellen gegen große Pixelfestungen. In diesem Beitrag sehen wir diese Kämpfe so, wie sie die Spieler wirklich erlebt haben: In Farbe – in acht Bit.

POWER AT SEA (1987)
Power at Sea ist einer meiner heimlichen Lieblinge auf dem C64er. Das liegt aber eher an der starken, quasi pixelrealistischen, Präsentation und dem charismatischen Soundtrack und weniger am Spiel selbst. Bei Power at Sea geht es darum innerhalb von 24 Stunden eine Insel(gruppe) für die USA zu besetzen. Zur Verfügung stehen dem eifrigen Badewannenadmiral dafür nicht nur ein Schiff, sondern ein ganzer Miniverband mit einem Flugzeugträger und einem Transportboot für Truppen.  Wie bei Ace of Aces wirklich total prima ist auch hier die Atmosphäre. Das Hauptmenü ist nicht etwa ein schnöder Textblock, sondern eine wunderbar pixelige Kommandobrücke.

Raumschiff Enterprise in meiner Badewanne. Mittels Kopfdrehungen entscheidet der Spieler, welches Menü er abruft. Hier signalisiert uns der coole Funker ganz links, dass es eine neue Nachricht gibt. Im Spiel wird das auch akkustisch durch funkgerätige Piep- und Rauschgeräusche unterlegt.

Von dort haben wir Zugriff auf Funkmeldungen, können den Kurs und die Geschwindigkeit festlegen, uns den Status unserer einzelnen Schiffe abrufen und schließlich (bei dem blonden Offizier) unsere Order geben – das heißt die einzelnen Minispiele abrufen. Richtig gehört: Genau wie Desert Fox besteht auch Power at Sea aus einer Reihe Minispielchen und je nachdem wohin wir uns auf der Karte bewegen ist es wahrscheinlicher, dass das eine oder andere Minispiel abgerufen wird. Leider können wir hier nicht wie beim Wüstenfuchs im Voraus die Gegend scannen. Der Sunshinefunker dreht sich auch erst dann um wenn schon das Spiel begonnen hat. Dann gilt es schleunigst an die entsprechenden Kanonen zu gehen oder die Flugzeuge loszuschicken, sonst droht der Flotte Schaden, den man nicht wirklich wieder ausbügeln kann. Passiert dann mal was, geht es wie bei Ace of Aces richtig schick zur Sache: Auch hier schellt die Alarmsirene los und während des Ladevorgangs bekommen wir verschiedene Bildchen von kreidebleichen Soldaten und Matrosen gezeigt, die eilig an ihre Kampfstationen rennen und Ausschau halten.

Leider können die Minispielchen bei der tollen Präsentation und Atmosphäre nicht ganz in Sachen Spaß und Abwechslung mithalten. Vor allem die Flugpassagen sind arg enttäuschend und wirken richtig billig. Mit den mitgeführten Flugzeugen greift man feindliche Flotten an – dabei schießt man zuerst mit Jägern das feindliche Schiff „sturmreif“ und fliegt dann mit dem Bomber ein zweites Mal drauf los um die Bombe abzuwerfen und das Schiff zu versenken. Es fühlt sich insgesamt aber ziemlich schwammig an. Hat man keine Bomber mehr, kann man auch mit den Schiffskanonen angreifen, riskiert dabei aber große Schäden an der Flotte. Deutlich atmosphärischer ist da die Flugabwehr, die klassisch wie bei Beach-Head gehalten ist: Man muss schnell genug den richtigen Winkel finden und richtig vorhalten während die Flugzeuge in rasantem Flug näher kommen und die Einschüsse auf der Wasseroberfläche immer näher kommen. Leider ist die Steurung etwas träge. Das letzte Minispiel ist die Eroberung von Festungen. In einer nervenaufreibenden Ballersequenz schießt man per Fernglas die einzelnen Stellungen und Bunker an der Küste sturmreif bevor dann die Truppen landen. Je nachdem wie gut oder schlecht  das gelaufen ist kann das dann verschiedene Ergebnisse haben. Es ist also ganz schön schwer so eine Festung einzunehmen. Übrigens auch hier muss man genau vorhalten und die Bunker genau am richtigen Pixel treffen, sonst zählt der Abschuss nicht. Insgesamt ist das Spiel sehr schwer, da man keine Schäden reparieren kann und immer mehr Soldaten verliert. Denn selbst wenn man eine Basis einnimmt, bleiben alle eingesetzten Soldaten dort und sind unwiederbringlich verloren.


Achtung! Hier handelt es sich um ein Let’s Play mit Kommentar von MsStandard.

Trotz großartiger Grafik und Atmosphäre und einem mitreißenden Soundtrack kann mich Power at Sea spielerisch einfach nicht überzeugen. Es ist so verdammt schwer. Dazu kommen die langen Wartezeiten zwischen den Minispielen, in denen man eigentlich nichts machen kann außer ne Tasse Kaffee zu trinken. Persönlich würd ich auf jeden Fall eher Desert Fox empfehlen. Oder The Train. Der Hauptkonkurrent dürfte hier Beach-Head sein, aber den find ich ehrlich gesagt eher noch schlechter.

Weitere Infos und Tips zu Power at Sea mit viel Bildmaterial gibt es auf C64-wiki.de

Wie immer kann ich dank Kultboy auch hier wieder einen zeitgenössischen Test zum Besten geben. Diesmal aus der Power Play 5/88

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