Star Wars: Eine neue Perspektive.The Blackened Mantle

LightsaberCSWE
Nach der Anti Cheese Edit von Episode I bin ich neugierig geworden. In den Related Videos tauchten ähnliche Projekte, auch von anderen Fans, auf. Aber die Nerven um mich nochmal komplett durch Episode II und III durchzusitzen hab ich einfach nich gehabt. Da kam mir der Verweis auf The Blackened Mantle nur recht: Der Film vermantscht alle drei Prequels in einen großen, nahrhaften Kino-Eintopf. Im Gegensatz zu anderen Projekten dieser Art, hat der Macher von Blackened Mantle die Struktur aber komplett aufgelöst und den Film Szene für Szene neu zusammengesetzt und die Dialoge häufig umgeschrieben um eine neue, umfassende Narrative zu schaffen. Das Mittel zum Zweck: Die japanische Tonspur mit Fantasie-Untertiteln auf englisch. Abgefahren oder?

Star Wars: The Blackened Mantle erzählt die Geschichte von Anakin Skywalker. Einem jungen Mann mit einer außergewöhnlichen Machtbegabung. Aber mit viel Macht kommt viel Verantwortung – und viel Erwartungsdruck. Ausgehend von der Gegenwart (Episode III), beleuchtet der Film den Werdegang des jungen Jediritters und seinen inneren Konflikt. Geplagt durch düstere Visionen und Alpträume läuft Anakin Gefahr sein geistiges Gleichgewicht zu verlieren und die Kontrolle über seine Fähigkeiten droht ihm immer mehr zu entgleiten. Immer größer werden die Zweifel in Anakin. Hat er sich noch unter Kontrolle? Wie soll er mit den Visionen umgehen? Hält der Orden der Jediritter Informationen vor ihm zurück weil sie seine Macht fürchten? Und wie spielt sein Mentor Obi-Wan Kenobi hier mit rein?

Das ist die Prämisse des Neuzusammenschnitts und das Ergebnis ist wahrhaft episch, weil es von Anfang an über eine lange Entwicklung eines Charakters angelegt ist. Mit einer gigantischen Länge von fast 3 Stunden könnte man genau so gut einen Zweiteiler daraus machen eigentlich. Im Gegensatz zu Episode I: Anti Cheese Edit, wendet sich der Macher von Blackened Mantle bewusst von der herkömmlichen Struktur der Prequelfilme ab und setzt alles gleich ganz neu zusammen. Keine Laufschrift am Anfang, keine Star Wars-Fanfaren. Der Film steht für sich und katapultiert uns direkt in die Action.

Kleine und große Änderungen: Riesige Verbesserungen

Das wirklich Faszinierende ist auf jeden Fall, was für eine ernste und finstere Atmosphäre dabei im Vergleich zum Original entsteht. Der Film ist als Porträt des gescheiterten Jedis Anakin aufgebaut. Wie Erinnerungen rauschen an uns dabei immer wieder die passenden Schlüsselszenen aus Anakins und Obi-Wans Vergangenheit vorbei, die nach und nach, wie Teile in einem Puzzle, ein umfangreiches Bild ergeben und auf ein großes Finale zulaufen. Unnötig zu sagen, dass dabei ein sehr viel vollständigeres und sinnvolleres Gesamtbild des Charakters entsteht als im Original. Das trägt beides sehr zur Glaubwürdigkeit des Filmes und – erstaunlicherweise! – auch zur Spannung bei. Ab jetzt haben die Prequels eine zusammenhängende Handlung.

Durch die veränderte Szenenauswahl und die neuen Texte entstehen viel stärker ausgearbeitete Beziehungsgeflechte zwischen den einzelnen Charakteren und Anakins Übergang zur Dunklen Seite wird viel glaubwürdiger, da er auch nicht mehr von jetzt auf gleich passiert, sondern sich nach und nach vollzieht.  Dieser neue Tonfall des Films hat mich wirklich beeindruckt. Neben dem Auslassen der dümmsten Szenen der Originalfilme sorgen aber auch selbst kleine Änderungen im Dialog – ein neuer Satz hier, ein paar geänderte Worte da – für mitunter riesige Verbesserungen im Plot. Alls ergibt auf einmal viel mehr Sinn. Eine diebische Freude hatte ich schon allein an der Medichloreaner-Szene mit Qui Gon und Anakin: „Unfälle passieren Anakin, du musst beim Spielen besser auf dich aufpassen“ – und schon ist erklärt, weshalb Qui Gon mit Pflastern etc rumhantiert und die Szene hat einen komplett anderen Kontext.

swbm

Wie man im Handumdrehen mit unsinnigen Plotpunkten fertig wird.

Der Film enthält immer noch Unmengen an Dialogszenen mit Leuten, die stehen und reden, gehen und reden usw., aber durch die neuen Texte und Zusammenschnitte sind sie stets in einen größeren Zusammenhang eingebettet und kommen (zumindest mir) weitaus weniger langweilig vor, da sie Plot eben auch vorantreiben. Es verdeutlicht nochmal auf eindruckvolle Weise, was für einen immensen Unterschied es ausmacht wenn man einen Plot nur darauf auslegt um möglichst viele Spezialeffekte anbringen zu können oder wenn man es umdreht und die Effekte dazu da sind um dem Plot zu dienen.

 

Die Grenzen des Machbaren

Dialoge umzuschreiben ist eine Sache, aber nur von Dialogen kann ein Film auch nicht leben. Darum war ich besonders gespannt, wie die Macher mit den mitunter absolut blödsinnigen und überlangen Actionsequenzen umgegangen sind und wie sie die umschifft haben. Antwort: Mal so, mal so. Einige bescheuerte Szenen sind nach wie vor drin, aber ansonsten ist der Film weitestgehend vom Bullshit befreit worden. Dinge wie die Laufbandszene sucht man deshalb zum Glück vergebens. Die hats nicht reingeschafft. Noch drin ist aber etwa die Verfolgungsjagd mit dem Kopfgeldjäger aus Episode II. Und auch beim Kampf auf Mustafar haben sich die Änderungsmöglichkeiten allem Anschein nach sehr in Grenzen gehalten. Das muss man dann wohl als die Grenzen des Machbaren akzeptieren. Bei anderen Szenen ist spürbar die Notbremse gezogen worden. Davon sollte man sich nach Möglichkeit nicht aus dem Film reißen lassen.

swbm

Das größte Problem sind auf jeden Fall die ständigen Wechsel zwischen Rückblende und Gegenwart. Vor allem für Zuschauer, die keine Fans von Krieg der Sterne sind, dürften die sehr anstrengend sein und ich kann nicht wagen einzuschätzen ob die Handlung für diese Leute überhaupt noch nachvollziehbar ist, oder ob es zu verwirrend wird, denn man springt ja die ganze Zeit zeitlich hin und her. Vor allem in der zweiten Hälfte des Films wird dann auch immer häufiger gewechselt und umgeschwenkt, bis wir an einem Punkt angekommen sind, der gerade am Limit der Erträglichkeit ist.

Fazit

Würde ich den Film trotzdem weiterempfehlen?
JA.

Und zwar vor allem an Fans von Krieg der Sterne und diejenigen, die von den Originalfilmen auch enttäuscht waren. The Blackened Mantle ist perfekt geeignet wenn man nochmal die Prequels sehen will ohne sich dauernd zu ärgern oder zu langweilen. Also wenn man nen sinnvollen Plot sehen will etwa.  Außerdem ist es wirklich interessant wie anders die Geschichte gleich wirkt, obwohl diese Fassung immer noch das gleiche Bildmaterial nutzt wie die ursprünglichen Prequels.  Die Neuzusammenstellung und die neuen Dialoge haben dem Film wirklich gut getan und zeigen, dass man selbst aus den Prequels noch etwas Gutes rausholen kann. Man muss nur drei Jahre harte Arbeit reinstecken, dann rentiert sich das auch.

Kaum auszudenken, was passiert wäre wenn nicht George Lucas, sondern jemand mit Talent und Befähigung die echten Prequels gemacht hätte. Es hätten richtig gute Filme werden können.

The Blackened Mantle gilt als Fanfilm und ist auf dem Kanal von Darth Lunar  frei verfügbar.

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