Air Power – Total War Steampunkedition

Air Power, erschienen 1995, ist wohl eine der ungewöhnlichsten Flugsimulationen aller Zeiten. Mit der (damals) soliden Technik von Simulatorschmiede Rowan ausgestattet, hat es nicht nur ein ziemlich einzigartiges Szenario,  sondern ist auch vom Spielprinzip her ziemlich originell. Das Spiel kombiniert Rundenstrategie und generiert dazu Simulatormissionen gegen feindliche Flotten und Festungen, die man anschließend selbst als Pilot fliegt. Darüber hinaus kann man aber auch Diplomatie durch Dialogmenüs betreiben und mit etwas Glück auch ganz ohne Kampf gewinnen.
Das Intro mitsamt Prämisse. Falls der Zeitcode nicht funktioniert: Ab 7.00 beginnt der relevante Teil. Der Rest ist eine staubtrockene Abhandlung über Zeppeline im Militär.

In Air Power bestimmt der Spieler, wer König über Steampunkonien wird – man hat die Auswahl aus vier Adligen Kandidaten, denen man zum Thron verhelfen möchte. Neben einem machtversessenen Militaristen gibt es noch eine eingebildete Prinzessin, einen diplomatischen niederen Adelsmann und einen Nobody, der in Erdbebengebieten rumhilft.  Wahrscheinlich der Gute.

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Dem Spieler zur Seite stehen diese drei Pappkameraden. Sie sind diplomatische und militärische Berater, die eine Menge Dialogmenüs in ihren Taschen haben. Hierüber legt man u.a. den Kurs der Flotte fest und tritt mit den Städten und anderen Kriegsherren in Verbindung und stellt Bedingungen oder betreibt diplomatisches Geplänkel. Der Pomadenmann ist der MIlitärberater und verwaltet die eigenen Kriegsresourcen und sagt dem Spieler, was er vor Ort alles kaputtmachen kann.

Doch bevor der Wunschkandidat des SpielersKönig werden kann, steht noch einige (Kriegs)arbeit ins Haus und von daher wählt der Spieler als nächstes seinen Haus- und Hoflieferanten für Jäger und Bomber aus. Es gibt vier Hersteller, deren Flugzeuge man wählen kann und die sich durch verschiedene Stärken und Schwächen unterscheiden und so die Spielweise beeinflussen werden. Hersteller A hat etwa sehr starke und solide Bomber, aber dafür sind die Kampfjäger veraltet und wenig wendig. Nach diesem Schema eben. Ein späterer Wechsel oder eine Weiterentwicklung der Technik wären wünschenswert aus heutiger Sicht, gibt es aber nicht.

Und dann geht’s auch schon los: Man wird mit einer großen Übersichtskarte des Königreichs konfrontiert, auf der man nun plant welche Siedlung/Festung man als nächstes aufsucht und wie lange der Zeppelin braucht, bis er dort angekommen ist. Offiziere geben außerdem Berichte darüber ab, wie die Haltung der hiesigen Siedlung/Festung der eigenen Fraktion gegenüber einzuschätzen ist. Nachdem man angekommen ist, gibt es dann die Wahl: Diplomatie, Handel oder Krieg. Und bis zu diesem Punkt hat das Spiel eher Ähnlichkeit mit einem dieser alten Point & Click-Spiele, die in Richtung Strategie oder Wirtschaft gingen. Womöglich noch mit interaktiven Filmen. Aber erst wenn es zum Krieg kommt und man gezielt einzelne Industriezweige oder Einrichtungen angreift, kommt die Flugsimulation zum Tragen. Dann nämlich steigt man in einen der verschiedenen Fliegertypen und kann selbst als Pilot verschiedene Ziele in Angriff nehmen um der Diplomatie ein wenig unter die Armee zu greifen.

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Meist fliegt man durch große Städte und greift gezielt Abwehrstellungen, Festungen oder Teile der Infrastruktur an.

Der Clou an der Sache: Alles dreht sich hier um Luftschiffe. Sie dienen als mobiles HQ und Flugzeugträger, mit denen man sich seinen Weg durch die Lande bahnt und seine Ziele auswählt. Anhand des Militärberaters kann man sich dann seine Ziele zusammenstellen und in Angriff nehmen. Es können aber durchaus auch mal Eskortenmissionen o.ä. vorkommen. Oder man trifft auf eine gegnerische Luftschiff-flotte, die man dann angreifen und ausschalten kann. Auch über den diplomatischen Berater kann man herausfinden, welche Ziele in der Stadt besonders für einen Angriff geeignet wären – für den Fall, dass es mit der Diplomatie mal nicht klappen sollte.

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Manchmal wird die eigene Flotte angegriffen oder man trifft auf feindliche Verbände, Piraten oder ähnliches.

Das Problem von Air Power ist allerdings letztenendes, dass es recht dröge und trocken ist. Die vielen Klickmenüs sind relativ träge und es kommt trotz aller Kostüme und Schnörkeleien nur wenig Atmosphäre auf. Dafür ist alles zu statisch. Da fast nur Standbilder verwendet werden wirkt das Spiel auch nicht unbedingt lebendig. Das zieht den Gesamteindruck halt runter. Es ist aber in jedem Fall ein interessanter Titel und außergewöhnlicher Titel. Der Simfaktor hält sich natürlich in Grenzen. Vergleichbar mit Dawn Patrol oder Red Baron, aber kombiniert mit ein bisschen Politik und Resourcenmanagement.

Videoaufnahmen des Spiels sind rar, aber hier gibts einen kleinen Eindruck vom Spielablauf:

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